Provinzialmeister und Großbeamte treffen sich im Ordenshaus

Unter der Leitung des Landesgroßmeister, Br. Günter J. Stolz und der Mitwirkung des OrdensMeisters, Br. Achim Strassner, trafen sich die Provinzialmeister und Großbeamten der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland am Samstag den 3. Februar im Ordenshaus zu Berlin. Eines der Themen war die Digitalisierung, die jetzt Schritt für Schritt auch Einzug in Verwaltungsvorgänge der Großloge hält. So wurde übereinstimmend angeregt, zukünftig die Unterlagen für die jährlich stattfindende Hauptversammlung den Teilnehmern ausschließlich in elektronischer Form zur Verfügung zu stellen. Dies könnte schon bei der kommenden Hauptversammlung im Mai beschlossen werden. Der Landesgroßmeister informierte die Anwesenden unter anderem über den aktuellen Sach- und Planungsstand beim Umbau des Ordenshauses. Die Provinzialmeister ihrerseits berichteten über das Geschehen in den einzelnen Regionen. Am Ende des mehrstündigen Erfahrungs- und  Meinungsaustausches stand ein gemeinsames Mittagessen.

Autor: Günter Stolz

Denkzettel

Das Editorial der Zirkelkorrespondenz Februar 2018

Liebe Brüder,

Das Jahr ist jetzt schon wieder fast zwei Monate alt. Ich möchte nicht die Floskel gebrauchen „die Zeit vergeht wie im Fluge“, aber gefühlsmäßig passt sie eben doch oft.

Viele ereignisreiche Momente liegen hinter uns. Manche guten und manche schlechten Erfahrungen sind dabei gewesen. Und mit den zahlreichen Erlebnissen verblasst auch mit der Zeit das Detail. Gut erkennbar ist das immer, wenn am Ende eines Jahres ein kleiner Rückblick auf das vergangene erfolgen soll. Wie oft fallen einem „Dinge“ nicht ein – oder erst viel später. Wie oft wird der Rückblick auf Vergangenes von einzelnen Höhe- oder (meist) Tiefpunkten geprägt. Dabei ist das Jahr eine Summe vieler Teilchen, die oft und auch sehr leicht verloren gehen können. So hat mich zu Silvester 2017 ein Radiobeitrag motiviert diesem Sammelsurium an Erlebnissen in einem Jahr endlich mal eine Struktur zu geben.

„Mir einen Denkzettel verpassen…“ – ist zwar im ersten Moment eine negativ anmutende Formulierung. Besonders auch, weil sie historisch negativ belegt ist. Im 16. Jahrhundert hängte man Schülern in den Klosterschulen und anderen Ausbildungsstätten bei mehrmaligen Vergehen gegen die Ordnung des jeweiligen Instituts sogenannte Schandzettel an einer Schnur um den Hals, auf denen die Vergehen gelistet waren. Je nach Art der Verfehlung hatten die Schüler diese Denkzettel mehrere Tage bei ihren Freigängen und während des Unterrichts zum Gespött der Mitschüler zu tragen. Daher ist dieser Begriff erst einmal belastet. Doch das stört mich nicht. Ich habe als Quintessenz aus dem Radiobeitrag mitgenommen, dass man ruhig über das Jahr verteilt sich kleine Denkzettel schreiben sollte. Immer wieder, wenn es gute und vielleicht auch „lehrreiche“ Momente gab, kann man diese auf einem kleinen Stück Papier vermerken und z.B. in einer Box sammeln. Man glaubt nicht, was am Ende des Jahres alles wiederentdeckt wird, wenn man z.B. zum letzten Silvester zurückblicken möchte. Wie viele kleine, schöne Momente einem – ohne Denkzettel – gar nicht wieder eingefallen wären, weil sie im Alltag untergegangen sind. Oft sind es die stillen, schönen und kleinen Erlebnisse, die einem viel im Leben geben, die aber im Alltag und in der Flut der Impressionen nicht lange in unseren Köpfen bleiben. Nicht selten hört man nur die Klage, dass Menschen im eigenen Umfeld das vergangene Jahr als negativ betrachten. Doch die Bilanz hat immer zwei Seiten und auch viele Unterkonten, die nicht mehr im Blick sind. Mit einem Denkzettel kann ich diese Momente wieder offenlegen, mich erinnern und erkennen, dass das Leben doch viele positive Momente zu bieten hat, mehr als ich eigentlich vermutete!

Autor: Torsten Küster

40 Jahre Logenbasar mit unglaublichem Erlös

Die unscheinbare Pressenotiz der hannoverschen Logen hat es in sich und man muss schon zweimal hinschauen: während des vierzigjährigen Bestehens des Logenbasars haben die Frauen der Freimaurer in Hannover über 604.099 € für wohltätige Zwecke eingenommen. Noch einmal, ganz genau und in Worten: Sechshundertviertausendneunundneunzig Euro!

Dabei geht der Erlös des jetzigen Basars beinahe unter, der mit 17.205 Euro ebenfalls stattlich ist und den Durchschnitt aller bisherigen Jahre übertrifft. Und das trotz des schlechten Wetters und der Baustellen, die die Zufahrt zum Logenhaus erschwerten, konnte am 1. Advent beim 40. Logenbasar der Frauen der hannoverschen Freimaurer ein stolzer Erlös erzielt werden. Die meisten Artikel, die auf dem Basar verkauft wurden, stellen die Frauen selbst her. Hausgemachte Marmeladen, Schmuck, Adventskränze und Kräuter waren u.a. im Angebot. Dazu gab es einen Flohmarkt, Secondhand-Kleidung, Bücher, Bistro und Cafeteria.

Das Geld des Basars wird grundsätzlich nur an wohltätige Einrichtungen in der Region Hannover vergeben. So erhielten zum Beispiel die Wohnungslosenanlaufstelle Mekki, der Stadtteilbauernhof im Sahlkamp, das Autonome Frauenhaus, das hannoversche Zahnmobil, die Begegnungsstätte für Behinderte und Nichtbehinderte in Linden und der ambulante Kinderhospizdienst Zuwendungen von den Basarerlösen. Alle Einnahmen werden zu 100 Prozent an die Bedürftigen verteilt, da alle Frauen ehrenamtlich arbeiten und keine Verwaltungskosten anfallen.

Autor: Christoph Fricke

Die Regionalkonferenz in Hamburg war sehr gut besucht!

Die erstmals in Hamburg durchgeführte Regionalkonferenz Mitte Januar, erfreute sich  großen Zuspruchs. Über 60 Funktionsträger aus vielen norddeutschen Logen hatten sich für die Regionalkonferenz der GLL angemeldet. Da mit einer so großen Nachfrage nicht gerechnet wurde, mussten die Teilnehmer im Felsenzimmer des eindrucksvollen Logenhauses an der Moorweidenstraße in Hamburg eng zusammenrücken, was dem brüderlichen Austausch nicht schadete.

Nachdem der Landesgroßmeister, Br. Günter Stolz, die Regionalkonferenz mit seinen einführenden Worten eröffnet hatte, standen die Teilnehmer im Mittelpunkt. Von Ihnen wollten die Vertreter der GLL wissen, wo der „Schuh“ im Norden druckt und wo die GLL unterstützen und helfen kann. Dazu nutze man zur Visualisierung einen Flipchart, der die gewünschten Themen der Anwesenden sammelte.

Dabei kristallisierten sich die klassischen vier Themenblöcke heraus, die zu Fragen und Austausch untereinander führten. Neben rituellen und organisatorischen/verwaltungstechnischen Aspekten sind es vor allem die Öffentlichkeitsarbeit und die Mitgliedergewinnung, die von den Logen nachgefragt werden. Diesmal zeigte sich aber auch, dass neben der klassischen Mitgliedergewinnung und den unterschiedlichen Konzepten in den Logen, besonders die Mitgliederbindung einen wichtigen Baustein auf der Konferenz bildete. Aktivierung, Betreuung und nachhaltige Bindung der Brüder werden in machen Logen oft unterschätzt. Der Fokus liegt oft nur auf der Neugewinnung von Brüdern. Aber nur wenn beides gelingt, kann die Loge auf Dauer wachsen und ihren Fortbestand sichern.

Die vielen o.g. Arbeits- und Aufgabenfelder können aber nicht nur auf wenigen Schultern lasten. Besonders das Amt des Vorsitzenden Meisters einer Johannisloge ist sehr anspruchsvoll und sehr zeitaufwendig. In diesem Zusammenhang ermunterte der Landesgroßmeister die anwesenden Logenmeister möglichst viele Aufgaben zu delegieren. In der Mitglieder- und Logenbetreuung z.B. könnten bestimmte Brüder den Kontakt zu älteren oder weniger aktiven Brüdern halten und andere den zu benachbarten und befreundeten Logen. Eine Aufteilung der Aufgaben würde zudem den Zusammenhalt der Loge fördern und die Arbeitsbelastung auf einzelne Brüdern reduzieren. Da waren sich am Ende der Ausführungen alle einig.

Apropos Einigkeit: diese herrschte auch auf der Regionalkonferenz, die als harmonisch und konstruktiv von den Funktionsträgern im Nachgang bewertet wurde. Der direkte brüderliche Austausch zwischen den Logenmeistern ist ein oft vernachlässigter Aspekt im Logenalltag. Durch eine solche Konferenz kann der Informationsfluss verbessert und die Kooperation gestärkt werden.

Autor: Torsten Küster