Liebe Brüder,

in Zeiten der Pandemie haben die meisten unserer Logenbrüder ihr bürgerschaftliches Engagement deutlich verstärkt. Dafür danke ich herzlich! Zugleich konnten viele Veranstaltungen nicht stattfinden. Wenn die Brüder sich jedoch treffen konnten, haben sie die staatlichen Anordnungen eingehalten und die Vorgaben, z.B. im Rahmen von Hygienekonzepten, umgesetzt. Die seit März 2020 von der Großloge immer wieder gegenüber den verantwortlichen Brüdern kommunizierten sechs Rahmenvorschriften wurden ebenso diszipliniert befolgt. Auch dafür mein brüderlicher Dank! Zur Zeit sind wir, was Veranstaltungen betrifft, im Lockdown. Aber auch der wird, möglichst bald, ein Ende haben.

Für die Zeiten der Corona-Pandemie hat am 30. Oktober 2020 unsere Gesetzgebende Bruderschaft Überlegungen angestellt, wie wir unsere rituellen Arbeiten weiterhin in Würde und zum Nutzen der Brüder gestalten können. Die Logenmeister werden dieser Tage von mir den Beschluss schriftlich mitgeteilt bekommen.

Ich wünsche mir, dass wir in innerer Ruhe und äußerer Gelassenheit an unserem rauen Stein arbeiten. Ihnen und ihren Lieben wünsche ich, bleiben Sie gesund!

Herzlichst

Bruder Uwe Matthes

 

Meine lieben Brüder,

in der ZK Januar 2019 befasste sich der  Landesgroßredner und ZK-Schriftleiter Br. Torsten Küster mit dem Begriff Toleranz und Freimaurerei. Er formulierte u.a. „Der Anfang des Jahres war für mich durch zahlreiche Neujahrsempfänge in verschiedenen Institutionen geprägt. Das ist jedes Jahr die gleiche Routine. Doch in diesem Jahr fiel mir auf, dass der Toleranzgedanke stark in den Ansprachen/Reden in den Fokus gerückt wurde. Ob Politiker, Buchautor oder Wirtschaftsjournalist – alle hatten den Wunsch und das Begehren diesen stetig aktuellen und auch brisanten Begriff zu beleuchten. Besonders, weil der Alltag einen schnell vergessen lässt. Daher ist es wichtig, manchmal auch laut nachzudenken.

Sicherlich ist dazu die tolerante Haltung eines jeden von uns notwendig und auch eine Art Grundbedingung – doch alleine reicht diese Tatsache nicht aus.                                                   Es gibt viele Situationen in unserer Gesellschaft, die keine Toleranz verdient haben! Denken wir nur an die Feinde einer offenen Gesellschaft, die sich durch Radikalität in politischen, religiösen oder auch gesellschaftlichen Verhaltensweisen „hervortun“.

Vom Grundsatz her ist das erlaubt, solange dies im Rahmen des Rechtsstaates passiert. Tolerieren aber müssen wir dieses Verhalten nicht!                                                                    Verhaltensforschungen stellen sehr deutlich fest: „Demagogen feiern mit halben Wahrheiten ganze Erfolge! Die Verletzung der grundlegenden Standards rationalen Denkens und die Aushöhlung des Wahrheitsbegriffes gefährden unsere Gesellschaft.

Und auch darum: Nach- und Mitdenken über das, was um einen herum passiert, ist nicht nur erlaubt, nein- das ist eine bürgerliche Pflicht!

Für uns Freimaurer bedeutet das: wachsam, aufmerksam und auch aktiv zu sein. Gerade wir profitieren von Freiheit und schreiben uns viele Werte einer offenen Gesellschaft auf die Fahnen. Ganz zu schweigen von unseren Urvätern, die dafür gekämpft haben.

Wir sind also gefordert, in unserem Wirkungskreis das deutlich zu machen.Klassisches Schwarz-weiß denken sollte uns fremd sein. Und was wir nicht tolerieren können – denn auch das ist jedermanns  gutes Recht – dem kann immer noch durch zivilgesellschaftliches Engagement / Ehrenamt von jedem von uns entgegengewirkt werden. Das ist für mich eine Verpflichtung, um meinen Anteil zur offenen Gesellschaft zu leisten.“                                        Soweit Br. Torsten Küster.

Kaum aber ist ein Begriff  in der heutigen Zeit so umstritten, wie der der Toleranz  In dieser unruhigen und wohl auch immer unberechenbareren Welt wird Toleranz oft sehr beliebig definiert und nur zu oft auch krass missbraucht. Und solcher Missbrauch geschieht nicht nur in der großen Welt, sondern leider zuweilen auch in unseren Reihen – auch zwischen Brüdern.

Manchmal verfestigt sich der Eindruck, als gäbe es kein gesundes Mittelmaß, sich dieser Tugend zu nähern. Von der Null-Toleranz-Haltungbis zu deren gleichsam unter Selbstaufgabe erfolgenden bedingungslosen Anerkennungscheint es vielfach, zumindest in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen, nur noch die Extreme zu geben. Dabei steckt hinter dieser Tugend viel mehr, gibt es viel mehr als nur die beiden Pole des entweder – oder.

Aber, bekanntermaßen erweist sich der Mensch im Umgang mit seinen Artgenossen häufig als Problemfall. Nun, das ist nicht etwa darin begründet, dass die Welt mit einem Übermaß an Toleranz gesegnet sei. Ganz im Gegenteil, weil diese vielfach nahezu völlig fehlt oder aber gegenüber der Intoleranz zunehmend ins Hintertreffen gerät.

Toleranz aber ist die Grundlage für ein funktionierendes, sich gegenseitig achtendes und rücksichtsvolles menschliches Zusammenleben – wenn dieses denn funktionieren soll! „Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen, unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt– gefördert durch Wissen, Offenheit, Kommunikation und Freiheit des Denkens, der Gewissensentscheidung und des Glaubens.

Sie ist eine Tugend, die den Frieden ermöglicht.“So die Formulierung der UNESCO in ihren Erklärungen von Prinzipien der Toleranz.

Toleranz – eine Kultur des Friedens gegen den Kult des Krieges! Schon so oft – zum Bedauern wohl auch großer Teile der Menschheit auch gegenwärtig wiederum notwendiger denn je!

Das weltweite Ausmaß von Flucht und Vertreibung – verursacht durch Krieg, Gewalt und Verfolgung hat weltweit wohl den höchsten jemals registrierten Stand erreicht. Diesbezüglich spielen wohl insbesondere religiöse und ethnische Vorurteile die maßgebliche Rolle. Aber, leider auch vielfach menschenverachtender Hass.Und Vorurteile und gerade auch fehlende Bildung sind es, die das Wesen der Intoleranz prägen.                                       Schon Br. Voltaire schrieb vor mehr als 250 Jahren in seinem Plädoyer „Über die Toleranz“, einer Kampfansage an die Dummheit, den Fanatismus, der törichten Tyrannei und der Borniertheit der Menschen:„Die Menschheit ist bereit, selbst den größten Unsinn zu glauben, wenn das denn den eigenen Vorurteilen und Interessen dient.“

Auch heute noch sieht es in den Köpfen vieler Erwachsener noch spätmittelalterlichunaufgeklärt aus, gerade so, als hätte es die klugen Köpfe der Aufklärung und die schlechten Beispiele der Geschichte nie gegeben.

Hader, Streit, Missgunst, Hass, Gegnerschaft bis hin zu Bestialität prägen nur zu oft das Geschehen, im Großen wie auch im Kleinen.                                                                         Sich weltweit ausweiternder Nationalismus – auch in unserem Vaterland – Fremden-feindlichkeit, Rassismus– ich rufe hier die uns allen bekannten fremdenfeindlichen, rassistischen Attentate  in Erinnerung. Gerade auch die der jüngeren Zeit.                                                                                                                             Und dann auch wieder deutlich aufkeimender Antisemitismus– 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, des in hohem Maße menschenverachtenden Deutschen Nationalsozialismus, der Befreiung der Konzentrationslager – sprechen da Bände.

Große Teile der Menschheit weigern sich auch weiterhin konstant, schlau zu werden, Vernunft anzunehmen, zumindest aber wenigstens tolerant zu sein.                                                                                                                     „Antisemitismus war schließlich immer, wird nur zu gern als gleichsam entschuldigende Begründung herangezogen.

Nun, meine lieben BBr., ich kann da nur für mich selbst sprechen, hoffe jedoch, dass möglichst viele aus unseren Reihen ähnlich denken.                                                                Ich kann mich ob dieses Antisemitismus, dieser Fremdenfeindlichkeit, dieses Rassismus und auch einer solchen, doch recht oberflächlichen Begründung nur schämen!

Warum eigentlich fällt es so vielen Menschen häufig so schwer, tolerant zu sein – auch uns ganz persönlich? Die gelebte Gleichberechtigung unter uns Menschen, auch der verschiede-nen Rassen, unterschiedlichen Glaubens und auch differenter Ansichten muss Basis sein.   Aber leider verwechseln nicht wenige Menschen die Toleranz gegenüber Andersartigen oder auch nur Andersdenkenden mit einem teilweisen Verlust oder gar Angriff auf die eigene Identität oder Kultur.

Wie aktuell, wo doch gerade wieder einmal der weltweite Freihandel bedroht ist und durch die Intoleranz einiger weniger Mächtiger zur Disposition steht, übrigens nicht nur, aber auch seitens des sogen. „Trumpialismus“. Bloß nicht nachgeben, nicht einmal Kompromissbereitschaft – denn das könnte ja als Schwäche ausgelegt werden.

Die rationale Auseinandersetzung zwingt dazu, den eigenen Standpunkt, das eigene Sein zu überdenken. Zumindest das ist unbequem und erfordert Mut.                                                                                                                            Tolerant zu sein ist nie bequem und erfordert Arbeit an sich selbst.

Öffnet man sich aber anderen Meinungen, anderen Kulturen und Moralvorstellungen, bedeutet das nicht zwangsläufig, die eigenen Wertvorstellungen ablegen zu müssen, aber vielleicht ja doch, diese klarer und realistischer zu gestalten.

Meine BBr.,der Gedanke der Toleranz ist das geistige Fundament unseres Bundes, er ist freimaurerische Grundhaltung. Wir können und dürfen ihn niemals aufgeben, ohne uns selbst in Frage zu stellen!

Bleibt für uns Frm. noch die Frage nach den Grenzen der Toleranz, denn diese muss eine Grenze haben und hat sie auch, ansonsten wäre Toleranz einfach nur Beliebigkeit.

In religiöser Hinsicht müssen die Grenzen dort gezogen werden, wo die Glaubensfreiheit in einen pseudoreligiösen Kult abgleitet, der den Menschen nicht aufrichtet, sondern aus allen sozialen Bindungen löst, innerlich zerstört und zum willenlosen Werkzeug macht.

In politischer Hinsicht sind die Grenzen dort zu ziehen, wenn Ideen und Handlungen auf eine gewaltsame Veränderung unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung abzielen.  Und in ethisch-moralischer Hinsicht sind es die unveränderlichen Menschenrechte, bei deren Einschränkung oder Verletzung keine Kompromisse möglich sind und auch zukünftig niemals sein dürfen.

„Wir müssen auch wissen, dass uneingeschränkte Toleranz geradezu zwangsläufig zum Verschwinden der Toleranz führt. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf den Intoleranten ausdehnen – wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen – dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen. Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

Br. Manfred Rischbieter

 

 

 

 

 

 

Am 14. März 2020 fand die letzte rituelle Arbeit einer der Loge der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland vor den durch die Corona Epidemie verursachten Einschränkungen statt. Danach konzentrierten sich die Brüder auf die Unterstützung von alten und vorerkrankten Mitgliedern, Angehörigen und Fremden. Sie halfen den Familien, in welchen Kinder nicht oder nur eingeschränkt die Schule und Kindertagesstätten besuchen konnten. Gleichzeitig fanden viele telefonische und virtuelle Gespräche, Instruktionen u.a. statt.

Am 5. Juni 2020 begann die erste Loge unseres Freimaurerordens wieder mit rituellen Arbeiten. Seit dem geht die Zwangspause hierfür in immer mehr Städten allmählich zu Ende. Unter Einhaltung der behördlichen, wie unserer rituellen Vorschriften, wird auch wieder in unseren Freimaurertempeln gearbeitet. Dies nun schon wieder seit fast sieben Wochen. Wir können also mit Freude und Dankbarkeit feststellen: die Ordensfreimaurerei hat nicht geruht und sie wird rituell zunehmend wieder hochgefahren! All denen, die dabei mitarbeiten, danke ich und wünsche gutes Gelingen. Den Brüdern, wo es aus unterschiedlichen Gründen noch nicht möglich ist, wieder rituell zu arbeiten, wünsche ich Geduld!

Herzlichst Uwe Matthes

-Landesgroßmeister-

 

 

Seit 14. KW hat das Untergeschoss unseres Neubaues in Berlin eine Decke. Herzlichen Dank an die Handwerker!

 

Liebe Brüder,

als 2015 die Ebola Epidemie in Westafrika ca. 10.000 Todesopfer forderte, waren sich, bei allem Schmerz, die Vorauschauenden einig, die Welt hatte noch einmal Glück. Wurde doch der auslösende Virus nicht durch die Luft übertragen, konnte nur die bettlägerigen Patienten anstecken und verbreitete sich, ausschließlich regional.

Ökonomisch Denkende, egal, ob praktisch als Unternehmer oder theoretisch als Volks- und Betriebswirte, beschäftigen sich seit Jahrhunderten, neben Mathematikern, Theologen, Philosophen und Medizinern stets mit Fragen des, wie wir es heute nennen, Risikomanagements. Darum ist es nicht erstaunlich, dass 2015 ein Unternehmer schrieb: “Ein anderes Virus kann schon übertragbar sein, wenn sich die Kranken noch gesund fühlen.“ Und: „Wenn etwas in den nächsten Jahrzehnten über zehn Millionen Menschen tötet, dann wird es höchstwahrscheinlich ein hochansteckendes Virus sein und kein Krieg.“ Dieser Unternehmer wollte, insbesondere die Politiker, warnen. Er war zu diesem Zeitpunkt nicht nur ein Mahner, Vorsorge zu treffen, sondern auch einer der größten Sponsoren der Weltgesundheitsorganisation. Seine Stiftung finanzierte den Kampf gegen die Kinderlähmung genauso, wie heute die Pandemie Simulationen der John-Hopkins-Universität.

Obwohl der Unternehmer Bill Gates (geb. 1955) bereits 2015 hinreichend bekannt war und seine Mahnung im Internet über 23 Millionen mal angesehen wurde, zeigte sie kaum politische Reaktionen. Auch anderen Mahnern ging es so. Der Finanzökonom und Philosoph Nicholas Taleb (geb. 1960), welcher Pandemien seit Jahren als Ergebnis fragiler globaler Gesellschaftsentwicklung diskutiert und deshalb China als besonderen potentiellen Ausgangspunkt für diese sieht, wurde nicht gehört. Sind Bill Gates, Nicholas Taleb und viele andere Risikoforscher Hellseher? Nein. Sind sie weitsichtig? Ja. Wussten die Weitsichtigen, wie heute von Verschwörungstheoretikern behauptet, dass dieses Jahr ein Virus namens „Corona“ Deutschland lahmlegt, Unsicherheit und Leid verbreitet? Nein. Wissen die Risikoexperten, wann wir unser gewohntes soziales Leben und damit auch unsere rituellen freimaurerischen Arbeiten wieder aufnehmen können? Nein.

Was ein Risikoforscher oder -manager aber kennt, sind die verschieden Strategien wie man mit einem Risiko, hier eine Pandemie, umgehen kann. Da gibt es die, auf den Apotheker, Chemiker, Dichter und ersten deutschen Hygieniker, Max von Pettenkofer (1818-1901) zurückgehende These, die Bekämpfung einer Seuche darf nicht das gesamte gesellschaftliche Leben lahmlegen. Deshalb darf die Pandemie nicht verhindert werden, sondern muss kontrolliert ablaufen. Ist die Masse (Herde) einmal infiziert, hat der Erreger kaum noch Ansteckungsmöglichkeiten. Das funktioniert oft nur bei frühzeitigen Einsatz und Schutz bestimmter Gruppen.

Die Gegenstrategie setzt man seit dem 14. Jahrhundert ein. Es ist die der Suppression (Unterdrückung) der Ausdehnung durch Quarantäne und Mitigation (Milderung durch aktive Maßnahmen). So soll insbesondere die unkontrollierte Ausbreitung der Pandemie und die Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden.

Diese Strategien sind in einem bestimmten Stadium mixbar und können auch gewechselt werden. Sie haben ein Einstiegs- und ein Ausstiegsszenario. Dies vor Augen, habe ich im Rundschreiben an unsere Logenmeister von Anfang März 2020 den regionale und lokale Einstieg in die Phase der geänderten sozialen Kontakte empfohlen und andererseits für die GLL eine Absage der zentralen Termine bis 31.5.2020 bekanntgegeben. Die Logenmeister wurden so angehalten, sich an die Weisungen und Empfehlungen ihrer örtlich zuständigen Stellen zu halten. Sie haben dies getan und dafür bin ich sehr dankbar.

Auch der Ausstieg aus der jetzigen gesellschaftlichen Situation wird nach meiner Meinung nicht einheitlich vollzogen werden können. Aus Planspielen des Risikomanagements wissen wir, dass man Beschränkungen für Gebiete, Branchen, Altersgruppen aufheben und mindern aber temporär auch wieder einführen und verschärfen kann. Deshalb werden wir als Logen auch wieder dezentral reagieren und nur für die GLL zu gegebener Zeit eine Ansage machen.

Ich bitte um Entschuldigung für die theoretischen Ausführungen, vielleicht liegt es daran, dass meine Vorlesung zum Risikomanagement Ende April wegen Corona ausfällt?

Liebe Brüder, bleibt gesund oder werdet es schnell wieder!

Herzlichst Euer Bruder Uwe Matthes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Brüder,

die Corona-Epidemie beschleunigt das Leben unserer Brüder, welche als Ärzte, Pfleger, Bürgermeister, Polizisten, Banker, Unternehmer u.a. im Abwehrkampf  stehen. Sie entschleunigt aber auch, bei denen, welche zu Hause sein müssen. Spaziergänge führen so zu Gedankengängen und für das Lesen ist auch mehr Zeit. Insofern darf ich auf ein Geschenk hinweisen:

Zum 250. Geburtstag haben drei Brüder unserer Großen Landesloge und eine Schwester den Brüdern und allen anderen Leserinnen und Lesern ein Geschenk gemacht. Es ist das in der Münchner Verlagsgruppe erschienen Buch: „Freimaurer“ der Autor(in)nen Heussinger, Snoek, Görner und Wilk (ISBN 978-3-95972-303-9). Ein tolles Geschenk, ein Spitzenbuch, weil eine neue Sichtweise auf Freimaurerei öffentlich bekannt wird.

„Die Freimaurerei wirkt weniger als Organisation denn als eine Bewegung, ein Netzwerk Gleichgesinnter“ (S. 26 f.) „Der Einfluss und die Durchschlagskraft … manifestieren sich  … nicht durch die Großlogen … sondern durch das Handeln einzelner Mitglieder …“, denn wie im Ritual „… so in der Wirkung … das Individuum … ist Dreh- und Angelpunkt des Geschehens.“ (S. 27).

Wie dies passiert und warum sowie auf welchen Grundlagen, dies alles kann man nachlesen. Danke für das Geschenk!

Zeigen wir in diesem Sinne, dass unser Netzwerk sich in der Krise bewährt. Bleiben Sie gesund oder werden Sie es schnell wieder!

Uwe Matthes

Liebe Brüder,

nachdem in allen Logen die Arbeiten und Veranstaltungen ab Mitte März 2020 wegen der Corona Pandemie eingestellt sind (siehe auch meine Schreiben und mails aus den letzten drei Wochen an die Logenmeister und andere Brüder) und derzeit auch nicht absehbar ist, wann die Brüder diese Aktivitäten wieder aufnehmen können, möchte Ihnen und Euch von Beispielen freimaurerischer Aktivitäten in diesen Tage berichten:

Logenmeister haben Aktions- und Kommunikationspläne erarbeitet und ihre Brüder setzten sie um. Da geht es um die Versorgung von alten und kranken Brüdern und Schwestern, mittels Einkäufen. Es werden von den jüngeren  bei den älteren Brüdern und Schwestern die skype-, Whats app-, zoom- und andere Kanäle frei geschaltet, Besuche organisiert, Telefonkontakt gehalten, man bietet die Hilfe für Internet-Amtsgeschäfte oder -Bestellungen an. Brüder und Schwestern sorgen sich um Kinder von „Infrastruktursystem relevanten Eltern“. Ich denke, diese dezentrale, vielfältige und innovative  Charitas stärkt unsere Bruderkette. Hierfür danke ich herzlich!

Dankbar bin ich auch dafür, dass man im Bruderkreis die Kontakte zu den Suchenden nicht abreißen lässt, sondern medial anders gestaltet. Ebenso freut es mich, ….. oder als mail-Anhang die Vorträge unserer Brüder Redner verteilt… Auch dafür mein brüderlicher Dank!

… Sekretariat unserer Großen Landesloge ist seit dem 16. März 2020 zum Teil auf home office umgestellt. Eine entsprechende Ansage, was dies bedeutet,  hört man auf dem Anrufbeantworter….

Derzeit laufen die Bauarbeiten am Ordenshaus weiter. Ich hoffe, dies bleibt lange so!

Durch die gute Vernetzung wissen wir auch, dass zwar einige unserer Brüder infiziert sind und in Quarantäne und ganz wenige auch in einer Klinik, zum Glück hat jedoch per heute (22. März 2020) kein Bruder und keine Schwester schwerwiegende Krankheitsverläufe aufzuweisen. Hoffen wir, dass dies so bleibt!

…. Üben wir uns in Geduld und Demut. Sind wir standhaft, auch wenn wir leiden. Versuchen wir, der gewonnen Ruhe, vielleicht sogar Einsamkeit gute Seiten abzugewinnen. Stehen wir solidarisch für einander ein, selbst, wenn es schwieriger und schmerzlicher werden sollte. Bleiben wir vernünftig und denken wir positiv. Treten wir Panikmachern besonnen entgegen. Sind wir denen dankbar, welche als Ärzte und Pfleger, als Busfahrer und  Polizisten …. für uns alle da sind.

Ich wünsche Ihnen und den Ihren, bleiben Sie gesund!

Herzlichst

Uwe Matthes

Landesgroßmeister und Ordensoberarchitekt

Liebe Brüder,

unter Beachtung der von den zuständigen Behörden getroffenen Anordnungen und gegebenen  Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung vor der Corona Epidemie habe ich am 13. März 2020 alle Veranstaltungen der Großen Landeloge der Freimaurer von Deutschland,  abgesetzt. Dies gilt ins-besondere auch für die für Ende Mai 2020 geplante Hauptversammlung.

Bezüglich der, in Verantwortung der einzelnen Logen stehenden rituellen Arbeiten und anderen Veranstaltung, verweise ich auf meine Mitteilung an die Logenmeister vom 9. März 2020.

Ich danke alle Brüdern, welche im Einsatz als Ärzte, Sanitäter, Pfleger, Polizisten u.a. sind und bitte die Bruderschaft die sozialen Kontakte untereinander, aber auch die mit den Schwestern der in ewigen Osten vorausgegangenen Brüder, nicht einzustellen, sondern sie zu intensivieren, aber in einer der Lage entsprechenden Form (Telefon, Whats App, Facebook, Instagram, mail aber durchaus auch Brief und Karte). Ich bin mir sicher, dass dadurch unsere Bruderkette solidarisch noch fester geschlossen wird.

Ich wünschen Ihnen allen und Ihren Lieben gute Gesundheit!

 

Uwe Matthes

– Landesgroßmeister und Ordensoberarchitekt-

Beten ist kein Wunschkonzert!

 

Der fromme Rabbi Salman ließ keinen Tag zu Ende gehen, ohne nicht vor dem Einschlafen ein Nachtgebet zu sprechen. Dieses Nachtgebet beendete er immer mit demselben Satz: „Oh Herr, gib mir die Chance und lass mich wenigstens einmal im Lotto gewinnen.“ So ging das jahraus, jahrein. Eines Nachts, er hatte gerade sein Nachgebet beendet, riss ein Windstoß das Fenster auf, Blitze zuckten, der Donner grollte und aus dem Donnergrollen hörte er die Stimme des Herrn: „Salman, gib auch mir eine Chance und fülle wenigstens einmal den Lottoschein aus!“

(aus „Der Indianer und die Grille“, Storys zum Nachdenken von Gerhard Reichel)

Unser Rabbi Salman verwechselt Gott mit einer kosmischen „Wünsch-dir-was Box“ – Wunschzettel abgeben und abwarten. So verhalten sich auch manchmal Brüder, indem sie sich der Königlichen Kunst gegenüber passiv verhalten. Durch Nichtstun zum Erfolg? So einfach ist es leider nicht. Obwohl auch ich erst einmal lernen musste, dass es nicht damit getan ist, im Tempel beim Ritual stumm und teilnahmslos zu sitzen und abzuwarten – in der Hoffnung, irgendwann wird sich ja die Bewusstseinserweiterung schon einstellen. Tut sie aber nicht.

Manchmal höre ich dann eine innere Stimme: „Du bist nicht identisch mit deinem Aussehen. Du bist nicht identisch mit der Arbeitstafel oder dem Ritual. Du bist nicht identisch mit deinen Vorträgen und deren Inhalte. Du bist nicht identisch mit deiner Familie oder deinen Brüdern. Du bist nicht identisch mit den Geschichten, die man über dich hier und dort erzählt. Nein – du bist nur ganz und gar du selbst. Nun sei auch du selbst! Hör auf mich!“

Wer spricht da? Mein innerer Führer? Und woher hat der die Weisheit, die er mir verkündet? Ist das mein so genanntes Höheres Selbst? Ich habe mal gelesen, dass es diese besserwisserische Spiritualität gibt – das sei eine wohltuende Selbsttäuschung. In der Loge, auch in der Öffentlichkeit zeige so ein Mensch sich spirituell entwickelt und voller wohlwollender Weisheit. Doch das sei nur eine äußere Hülle, nicht der wahre Kern. Und auf die Dauer schmerze diese Zerrissenheit, dieser Widerspruch zwischen innen und außen. Das sähe man an der Körpersprache, Körperhaltung, insbesondere an der Mimik.

Was dem einen sein Lottogewinn, ist dem anderen sein Erkenntnisgewinn – und auch der wird nicht geschenkt. Da hilft kein Beten. Beten ist kein Wunschkonzert, sondern innerlich Sein, stille Sein, aktives Zuhören. Ich werde jetzt zwar keinen Lottoschein ausfüllen, aber aktiv bei der Tempelarbeit im Ritual mitschwingen und intensiver auf meine innere Stimme hören, ehe sie mich mit Donnergrollen anzählt.

Br. Volker von Beesten

Kick-Off in Halle!

Anfang Januar startete in Halle die Neuauflage der Regionalkonferenzen für Logenmeister und deren Vertreter. Auch diesmal war der Landesgroßmeister, Br. Uwe Matthes, und der Landesgroßsekretär, Elmar Popitz, anwesend, um den Fragen, Wünschen und Sorgen der Brüder aus der Region in Mitteldeutschland zur Verfügung zu stehen. Unter der Moderation von Br. Torsten Küster wurden zu Beginn die Themenwünsche der Teilnehmer ermittelt und Schwerpunkte festgelegt. Mit dieser Vorgehensweise soll die Regionalkonferenz bewusst durch die Teilnehmer thematisch bestimmt werden. Dabei soll das Ziel verfolgt werden, neben allgemeinen Fragestellungen besonders auch regionale Besonderheiten und Anliegen in diese Konferenz einfließen zu lassen.

Bei der Veranstaltung in Halle standen die „Klassiker“: Öffentlichkeitsarbeit der Logen, Kooperation zwischen den Logen und die Mitgliedergewinnung und Mitgliederbestreuung im Fokus. Bei letzterem zeigte die Diskussion, dass besonders die Aktivierung und Motivierung von Brüdern, die den Kontakt zur Loge verloren bzw. nicht mehr am Logenleben teilnehmen, eine immer wichtigere Rolle spielt. Hier wurden unter den anwesenden Maßnahmen und Hilfestellungen diskutiert.

Nach über fünf Stunden intensivem und brüderlichen Austausch wurden gemeinsame Aktionen und Arbeitsaufträge vereinbart, die sich aus den Diskussionen des Tages ergeben hatten. Der direkte konstruktive Erfahrungsaustausch untereinander und die Möglichkeit mit dem LGM und seinen Landesgroßbeamten ins direkte Gespräch zu kommen, kam bei den Teilnehmern sehr gut an und brachte für alle einen Mehrgewinn. 

Die Regionalkonferenz wird an drei weiteren Standorten fortgesetzt:

Hamburg 08.02.2020

Dortmund 09.05.2020

Mannheim 19.09.2020