Liebe Brüder,

wir erleben Zwangsfasten. Das ist auch nach Ostern noch nicht vorbei. Das Üben der Meistertugenden wird stark gefordert. Ich bin mir sicher, dass Sie:

– Mit Vorsichtigkeit, gemäß lokaler Vorgaben und unter Beachtung des Schutzes unserer Brüder, die persönlichen Zusammenkünfte und andere Veranstaltungen im Februar und März 2020 eingestellt haben und ebenso planen, diese bald wieder, sicherlich regional unterschiedlich, aufzunehmen.

– Mit Mäßigkeit in der Öffentlichkeit auf die Pandemie reagieren, um dazu beizutragen, dass Panik und Ver-schwörungstheorien nicht um sich greifen.

– Mit Verschwiegenheit unsere alten Rituale ehren, indem sie diese nicht durch irreguläre virtuelle Tempelarbeiten der Wirksamkeit entziehen und der Lächerlichkeit preisgeben.

– Mit Barmherzigkeit für alte und / oder vorerkrankte Brüder sowie für Kinder von arbeitenden Eltern Betreuung organisieren. In Not geratenen finanzielle und wirtschaftliche Hilfe anbieten. Mit großer Kreativität in whats-app-Gruppen, mit Skype u.a. Medien die Aus- und Weiterbildung der Bruderschaft und den brüderlichen Kontakt virtuell gestalten.

Für das Umsetzen der Meistertugenden danke ich Ihnen und Ihren Brüdern herzlich. Ich wünsche Ihnen, Ihren Brüdern und den Schwestern und allen Ihren Lieben viel Kraft, gute Gesundheit, besinnliche Ostern und für alle Ihre Vorhaben den Segen des Dreifach Großen Baumeisters der ganzen Welt!

Uwe Matthes

-Landesgroßmeister-

 

Seit 14. KW hat das Untergeschoss unseres Neubaues in Berlin eine Decke. Herzlichen Dank an die Handwerker!

 

Liebe Brüder,

als 2015 die Ebola Epidemie in Westafrika ca. 10.000 Todesopfer forderte, waren sich, bei allem Schmerz, die Vorauschauenden einig, die Welt hatte noch einmal Glück. Wurde doch der auslösende Virus nicht durch die Luft übertragen, konnte nur die bettlägerigen Patienten anstecken und verbreitete sich, ausschließlich regional.

Ökonomisch Denkende, egal, ob praktisch als Unternehmer oder theoretisch als Volks- und Betriebswirte, beschäftigen sich seit Jahrhunderten, neben Mathematikern, Theologen, Philosophen und Medizinern stets mit Fragen des, wie wir es heute nennen, Risikomanagements. Darum ist es nicht erstaunlich, dass 2015 ein Unternehmer schrieb: “Ein anderes Virus kann schon übertragbar sein, wenn sich die Kranken noch gesund fühlen.“ Und: „Wenn etwas in den nächsten Jahrzehnten über zehn Millionen Menschen tötet, dann wird es höchstwahrscheinlich ein hochansteckendes Virus sein und kein Krieg.“ Dieser Unternehmer wollte, insbesondere die Politiker, warnen. Er war zu diesem Zeitpunkt nicht nur ein Mahner, Vorsorge zu treffen, sondern auch einer der größten Sponsoren der Weltgesundheitsorganisation. Seine Stiftung finanzierte den Kampf gegen die Kinderlähmung genauso, wie heute die Pandemie Simulationen der John-Hopkins-Universität.

Obwohl der Unternehmer Bill Gates (geb. 1955) bereits 2015 hinreichend bekannt war und seine Mahnung im Internet über 23 Millionen mal angesehen wurde, zeigte sie kaum politische Reaktionen. Auch anderen Mahnern ging es so. Der Finanzökonom und Philosoph Nicholas Taleb (geb. 1960), welcher Pandemien seit Jahren als Ergebnis fragiler globaler Gesellschaftsentwicklung diskutiert und deshalb China als besonderen potentiellen Ausgangspunkt für diese sieht, wurde nicht gehört. Sind Bill Gates, Nicholas Taleb und viele andere Risikoforscher Hellseher? Nein. Sind sie weitsichtig? Ja. Wussten die Weitsichtigen, wie heute von Verschwörungstheoretikern behauptet, dass dieses Jahr ein Virus namens „Corona“ Deutschland lahmlegt, Unsicherheit und Leid verbreitet? Nein. Wissen die Risikoexperten, wann wir unser gewohntes soziales Leben und damit auch unsere rituellen freimaurerischen Arbeiten wieder aufnehmen können? Nein.

Was ein Risikoforscher oder -manager aber kennt, sind die verschieden Strategien wie man mit einem Risiko, hier eine Pandemie, umgehen kann. Da gibt es die, auf den Apotheker, Chemiker, Dichter und ersten deutschen Hygieniker, Max von Pettenkofer (1818-1901) zurückgehende These, die Bekämpfung einer Seuche darf nicht das gesamte gesellschaftliche Leben lahmlegen. Deshalb darf die Pandemie nicht verhindert werden, sondern muss kontrolliert ablaufen. Ist die Masse (Herde) einmal infiziert, hat der Erreger kaum noch Ansteckungsmöglichkeiten. Das funktioniert oft nur bei frühzeitigen Einsatz und Schutz bestimmter Gruppen.

Die Gegenstrategie setzt man seit dem 14. Jahrhundert ein. Es ist die der Suppression (Unterdrückung) der Ausdehnung durch Quarantäne und Mitigation (Milderung durch aktive Maßnahmen). So soll insbesondere die unkontrollierte Ausbreitung der Pandemie und die Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden.

Diese Strategien sind in einem bestimmten Stadium mixbar und können auch gewechselt werden. Sie haben ein Einstiegs- und ein Ausstiegsszenario. Dies vor Augen, habe ich im Rundschreiben an unsere Logenmeister von Anfang März 2020 den regionale und lokale Einstieg in die Phase der geänderten sozialen Kontakte empfohlen und andererseits für die GLL eine Absage der zentralen Termine bis 31.5.2020 bekanntgegeben. Die Logenmeister wurden so angehalten, sich an die Weisungen und Empfehlungen ihrer örtlich zuständigen Stellen zu halten. Sie haben dies getan und dafür bin ich sehr dankbar.

Auch der Ausstieg aus der jetzigen gesellschaftlichen Situation wird nach meiner Meinung nicht einheitlich vollzogen werden können. Aus Planspielen des Risikomanagements wissen wir, dass man Beschränkungen für Gebiete, Branchen, Altersgruppen aufheben und mindern aber temporär auch wieder einführen und verschärfen kann. Deshalb werden wir als Logen auch wieder dezentral reagieren und nur für die GLL zu gegebener Zeit eine Ansage machen.

Ich bitte um Entschuldigung für die theoretischen Ausführungen, vielleicht liegt es daran, dass meine Vorlesung zum Risikomanagement Ende April wegen Corona ausfällt?

Liebe Brüder, bleibt gesund oder werdet es schnell wieder!

Herzlichst Euer Bruder Uwe Matthes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Brüder,

die Corona-Epidemie beschleunigt das Leben unserer Brüder, welche als Ärzte, Pfleger, Bürger-meister, Polizisten, Banker, Unternehmer u.a. im Abwehrkampf  stehen. Sie entschleunigt aber auch, bei denen, welche zu Hause sein müssen. Spaziergänge führen so zu Gedankengängen und für das Lesen ist auch mehr Zeit. Insofern darf ich auf ein Geschenk hinweisen:

Zum 250. Geburtstag haben drei Brüder unserer Großen Landesloge und eine Schwester den Brüdern und allen anderen Leserinnen und Lesern ein Geschenk gemacht. Es ist das in der Münchner Verlags-gruppe erschienen Buch: „Freimaurer“ der Autor(in)nen Heussinger, Snoek, Görner und Wilk (ISBN 978-3-95972-303-9). Ein tolles Geschenk, ein Spitzenbuch, weil eine neue Sichtweise auf Frei-maurerei öffentlich bekannt wird.

„Die Freimaurerei wirkt weniger als Organisation denn als eine Bewegung, ein Netzwerk Gleich-gesinnter“(S. 26 f.) „Der Einfluss und die Durchschlagskraft … manifestieren sich  … nicht durch die Großlogen … sondern durch das Handeln einzelner Mitglieder …“, denn wie im Ritual „… so in der Wirkung … das Individuum … ist Dreh- und Angelpunkt des Geschehens.“ (S.27).

Wie dies passiert und warum sowie auf welchen Grundlagen, dies alles kann man nachlesen. Danke für das Geschenk!

Zeigen wir in diesem Sinne, dass unser Netzwerk sich in der Krise bewährt. Bleiben Sie gesund oder werden Sie es schnell wieder!

Uwe Matthes

Liebe Brüder,

nachdem in allen Logen die Arbeiten und Veranstaltungen ab Mitte März 2020 wegen der Corona Pandemie eingestellt sind (siehe auch meine Schreiben und mails aus den letzten drei Wochen an die Logenmeister und andere Brüder) und derzeit auch nicht absehbar ist, wann die Brüder diese Aktivitäten wieder aufnehmen können, möchte Ihnen und Euch von Beispielen freimaurerischer Aktivitäten in diesen Tage berichten:

Logenmeister haben Aktions- und Kommunikationspläne erarbeitet und ihre Brüder setzten sie um. Da geht es um die Versorgung von alten und kranken Brüdern und Schwestern, mittels Einkäufen. Es werden von den jüngeren  bei den älteren Brüdern und Schwestern die skype-, Whats app-, zoom- und andere Kanäle frei geschaltet, Besuche organisiert, Telefonkontakt gehalten, man bietet die Hilfe für Internet-Amtsgeschäfte oder -Bestellungen an. Brüder und Schwestern sorgen sich um Kinder von „Infrastruktursystem relevanten Eltern“. Ich denke, diese dezentrale, vielfältige und innovative  Charitas stärkt unsere Bruderkette. Hierfür danke ich herzlich!

Dankbar bin ich auch dafür, dass man im Bruderkreis die Kontakte zu den Suchenden nicht abreißen lässt, sondern medial anders gestaltet. Ebenso freut es mich, ….. oder als mail-Anhang die Vorträge unserer Brüder Redner verteilt… Auch dafür mein brüderlicher Dank!

… Sekretariat unserer Großen Landesloge ist seit dem 16. März 2020 zum Teil auf home office umgestellt. Eine entsprechende Ansage, was dies bedeutet,  hört man auf dem Anrufbeantworter….

Derzeit laufen die Bauarbeiten am Ordenshaus weiter. Ich hoffe, dies bleibt lange so!

Durch die gute Vernetzung wissen wir auch, dass zwar einige unserer Brüder infiziert sind und in Quarantäne und ganz wenige auch in einer Klinik, zum Glück hat jedoch per heute (22. März 2020) kein Bruder und keine Schwester schwerwiegende Krankheitsverläufe aufzuweisen. Hoffen wir, dass dies so bleibt!

…. Üben wir uns in Geduld und Demut. Sind wir standhaft, auch wenn wir leiden. Versuchen wir, der gewonnen Ruhe, vielleicht sogar Einsamkeit gute Seiten abzugewinnen. Stehen wir solidarisch für einander ein, selbst, wenn es schwieriger und schmerzlicher werden sollte. Bleiben wir vernünftig und denken wir positiv. Treten wir Panikmachern besonnen entgegen. Sind wir denen dankbar, welche als Ärzte und Pfleger, als Busfahrer und  Polizisten …. für uns alle da sind.

Ich wünsche Ihnen und den Ihren, bleiben Sie gesund!

Herzlichst

Uwe Matthes

Landesgroßmeister und Ordensoberarchitekt

Liebe Brüder,

unter Beachtung der von den zuständigen Behörden getroffenen Anordnungen und gegebenen  Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung vor der Corona Epidemie habe ich am 13. März 2020 alle Veranstaltungen der Großen Landeloge der Freimaurer von Deutschland,  abgesetzt. Dies gilt ins-besondere auch für die für Ende Mai 2020 geplante Hauptversammlung.

Bezüglich der, in Verantwortung der einzelnen Logen stehenden rituellen Arbeiten und anderen Veranstaltung, verweise ich auf meine Mitteilung an die Logenmeister vom 9. März 2020.

Ich danke alle Brüdern, welche im Einsatz als Ärzte, Sanitäter, Pfleger, Polizisten u.a. sind und bitte die Bruderschaft die sozialen Kontakte untereinander, aber auch die mit den Schwestern der in ewigen Osten vorausgegangenen Brüder, nicht einzustellen, sondern sie zu intensivieren, aber in einer der Lage entsprechenden Form (Telefon, Whats App, Facebook, Instagram, mail aber durchaus auch Brief und Karte). Ich bin mir sicher, dass dadurch unsere Bruderkette solidarisch noch fester geschlossen wird.

Ich wünschen Ihnen allen und Ihren Lieben gute Gesundheit!

 

Uwe Matthes

– Landesgroßmeister und Ordensoberarchitekt-

Blue Night – Hamburg- Das Konzept

Unter der Schirmherrschaft der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland

Wie aus der Not eine Tugend wurde und dann eine Vision

 

Wie alles begann…

Die Idee der Blue Night wurde aus der Not geboren: unsere JL „Eintracht an der Elbe“ konnte 2018 mit lediglich 16 registrierten Brüdern nur mit Mühe den Beamtenrat stellen und wir sahen den Fortbestand der Loge in Gefahr. Ich war selbst im Jahr 2011 in die ehrwürdige JL „Gudrun“ aufgenommen worden und musste schon im Gesellengrad die Schließung mitvollziehen. Diese schmerzvolle Erfahrung wollte ich kein zweites Mal erleben und war dankbar, dass meine Brüder mir die Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit übertrugen.

Mein Leben befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Umbruch und rückblickend betrachte ich es als Geschenk, dass ich durch meine damalige Arbeitslosigkeit die notwendige Zeit hatte, um mein bereits 2015 entwickeltes Konzept „Blue Night“ weiterentwickeln und es endlich in die Tat umsetzen zu können.

Anstelle der Gästeabende, die oft abgesagt wurden und bei denen nur selten der „Funke übersprang“, wollte ich Abende gestalten, welche in besonderer Erinnerung bleiben und nicht nur den Verstand, sondern vor allem das Herz der Gäste erreichen.

So leuchtete im November 2018 die wunderschöne Fassade unseres Logenhauses erstmals in Johannis-Blau. Wenn ich mir bewusst mache, dass damals vier Gäste kamen und was sich bis heute mit der Hilfe vieler Brüder aus der Idee entwickelt hat, erfüllt es mich mit großer Dankbarkeit.

Blue Night heute

Die unmittelbare Not unserer Loge konnte bereits aufgelöst werden, in dem wir 2019 vier junge Brüder aufnehmen konnten. Mit großer Freude erleben wir sie Woche für Woche und nennen sie liebevoll unsere „Blue Nightler“.

In der Zwischenzeit haben sich acht Johannislogen aus der Moorweidenstraße dem Projekt angeschlossen und es wird wundervoll erlebbar, welche Energie sich durch die logenübergreifende Zusammenarbeit von beherzten Brüdern entwickeln kann. Es ist beeindruckend zu sehen, welche Kompetenzen wir im Kreise unserer Brüder haben und welche Wirkung sie entfalten, wenn sie auf ein gemeinsames Ziel gerichtet sind.

Auch wenn wir von Veranstaltung zu Veranstaltung die Abläufe immer weiter verbessern, werden auch die Herausforderungen klarer. Es ist uns auf der einen Seite gelungen durch verschiedene Marketingmaßnahmen (online wie offline) dafür zu sorgen, dass die Blue Nights von interessierten Herren mit aufrichtigem Wissensdurst in großer Zahl besucht werden. Auf der anderen Seite sehen wir, wie wichtig es ist, dass ihnen unmittelbar die Möglichkeit geboten wird, eine persönliche Ebene zu Brüdern aufzubauen. Nur über diese persönliche Ebene kann ein wahres, weiterführendes Interesse an der Freimaurerei und ein intensiveres Kennenlernen entstehen. An dieser weiteren Begleitung arbeiten wir zurzeit konzeptionell, damit -nach der Prüfung der Eignung- weitere neue Brüder gewonnen werden können. Hier ein Beispiel unserer Analyse-Auswertung unserer erreichten Zielgruppe:

Wir haben derzeit 517 Follower zu 97% aus Deutschland, 90 % aus Hamburg, in folgenden Altersgruppen:

25-34 Jahre = 36%

35-44 Jahre = 31%

45-54 Jahre = 14%

55-64 Jahre = 6 %

65 + Jahre = 3%

Zu guter Letzt darf ich das Ganze noch in Männern und Frauen aufteilen: 87 % der 517 Follower sind Männer.

Was bisher erreicht wurde

Die letzte Blue Night am 21.1.2020 war für mich ein besonderes Highlight: Wir konnten 47 angemeldete Gäste begrüßen. Im Anschluss an die Veranstaltung war das Restaurant gefüllt mit begeisterten Gästen und angeregten Gesprächen bis weit nach Mitternacht.

Wir haben von den Gästen ein durchweg positives Feedback erhalten und freuen uns, dass wir zunehmend „Stammgäste“ haben, die ihrerseits Werbung für die Veranstaltungen machen. Es gab im Nachgang zur Veranstaltung direkte Anmeldungen zu Gästeabenden und ebenso für die nächste Blue Night am 19.3.2020.

Insgesamt konnten bisher 17 interessierte Herren bundesweit an Logen vermittelt werden und das Interesse für das Projekt besteht weit über die Grenzen der Stadt hinaus, sodass wir guter Hoffnung sind, dass auch bald weitere Logenhäuser in blauem Lichte erstrahlen.

Wir legen stets besonderen Wert auf die Qualität der Vorträge, da die Gäste sich zumeist schon zuvor mit der Freimaurerei befasst haben und so nur ein tiefgründiger Inhalt mit einer persönlichen Note die Erwartungen der Zuhörer erfüllen kann.

Jede Loge, die Teil des Blue Night-Projekts ist, kann die Durchführung des Vortrags einer Blue Night übernehmen, was für besondere Aufmerksamkeit bei den Gästen sorgt und eine gute Basis für weiterführende Gespräche bildet. Logen die besonderen Bedarf hinsichtlich Öffentlichkeitsarbeit haben, erhalten hier aktuell die Vorfahrt.

 

 

Wie es weitergeht…

Wir wollen nun dem Projekt durch die Gründung eines Vereins einen juristischen Rahmen geben, um die notwendigen Strukturen für den nachhaltigen Erfolg aufbauen zu können. Darüber hinaus gilt es weiter sicherzustellen, dass der zeitliche Einsatz und die Jahresgebühr von 500 Euro sich für jede teilnehmende Loge auszahlt. Dazu bieten wir bereits Hilfe für den Prozess der Integration von Suchenden an.

Wir würden uns sehr freuen, wenn sich weitere Logen unserem Projekt anschließen, denn eine Bündelung der Kompetenzen und Ressourcen auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit erscheint uns in der gegenwärtigen Situation des Mitgliederrückgangs der richtige Weg zu sein.

Die mühsame Arbeit jeder einzelnen Loge um den Fortbestand zu sichern, soll auf diese Weise erleichtert werden. Das ist unser Anspruch und wir sind froh und dankbar, dass wir auf allen Ebenen des Ordens so viel Unterstützung erhalten, denn: Gemeinsam sind wir stark.

Zusammenfassung

Emotional durch Licht, Film & Themeninhalt. Qualität durch einen Vorabfilter und Koordination mit aktiven Brüdern der jeweiligen Logen für eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Das zusammen für eine Vision eines einheitlichen Bildes nach außen.

Br. Robert Donarski

www.bluenight.hamburg

donarski@bluenight.hamburg

Beten ist kein Wunschkonzert!

 

Der fromme Rabbi Salman ließ keinen Tag zu Ende gehen, ohne nicht vor dem Einschlafen ein Nachtgebet zu sprechen. Dieses Nachtgebet beendete er immer mit demselben Satz: „Oh Herr, gib mir die Chance und lass mich wenigstens einmal im Lotto gewinnen.“ So ging das jahraus, jahrein. Eines Nachts, er hatte gerade sein Nachgebet beendet, riss ein Windstoß das Fenster auf, Blitze zuckten, der Donner grollte und aus dem Donnergrollen hörte er die Stimme des Herrn: „Salman, gib auch mir eine Chance und fülle wenigstens einmal den Lottoschein aus!“

(aus „Der Indianer und die Grille“, Storys zum Nachdenken von Gerhard Reichel)

Unser Rabbi Salman verwechselt Gott mit einer kosmischen „Wünsch-dir-was Box“ – Wunschzettel abgeben und abwarten. So verhalten sich auch manchmal Brüder, indem sie sich der Königlichen Kunst gegenüber passiv verhalten. Durch Nichtstun zum Erfolg? So einfach ist es leider nicht. Obwohl auch ich erst einmal lernen musste, dass es nicht damit getan ist, im Tempel beim Ritual stumm und teilnahmslos zu sitzen und abzuwarten – in der Hoffnung, irgendwann wird sich ja die Bewusstseinserweiterung schon einstellen. Tut sie aber nicht.

Manchmal höre ich dann eine innere Stimme: „Du bist nicht identisch mit deinem Aussehen. Du bist nicht identisch mit der Arbeitstafel oder dem Ritual. Du bist nicht identisch mit deinen Vorträgen und deren Inhalte. Du bist nicht identisch mit deiner Familie oder deinen Brüdern. Du bist nicht identisch mit den Geschichten, die man über dich hier und dort erzählt. Nein – du bist nur ganz und gar du selbst. Nun sei auch du selbst! Hör auf mich!“

Wer spricht da? Mein innerer Führer? Und woher hat der die Weisheit, die er mir verkündet? Ist das mein so genanntes Höheres Selbst? Ich habe mal gelesen, dass es diese besserwisserische Spiritualität gibt – das sei eine wohltuende Selbsttäuschung. In der Loge, auch in der Öffentlichkeit zeige so ein Mensch sich spirituell entwickelt und voller wohlwollender Weisheit. Doch das sei nur eine äußere Hülle, nicht der wahre Kern. Und auf die Dauer schmerze diese Zerrissenheit, dieser Widerspruch zwischen innen und außen. Das sähe man an der Körpersprache, Körperhaltung, insbesondere an der Mimik.

Was dem einen sein Lottogewinn, ist dem anderen sein Erkenntnisgewinn – und auch der wird nicht geschenkt. Da hilft kein Beten. Beten ist kein Wunschkonzert, sondern innerlich Sein, stille Sein, aktives Zuhören. Ich werde jetzt zwar keinen Lottoschein ausfüllen, aber aktiv bei der Tempelarbeit im Ritual mitschwingen und intensiver auf meine innere Stimme hören, ehe sie mich mit Donnergrollen anzählt.

Br. Volker von Beesten

Kick-Off in Halle!

Anfang Januar startete in Halle die Neuauflage der Regionalkonferenzen für Logenmeister und deren Vertreter. Auch diesmal war der Landesgroßmeister, Br. Uwe Matthes, und der Landesgroßsekretär, Elmar Popitz, anwesend, um den Fragen, Wünschen und Sorgen der Brüder aus der Region in Mitteldeutschland zur Verfügung zu stehen. Unter der Moderation von Br. Torsten Küster wurden zu Beginn die Themenwünsche der Teilnehmer ermittelt und Schwerpunkte festgelegt. Mit dieser Vorgehensweise soll die Regionalkonferenz bewusst durch die Teilnehmer thematisch bestimmt werden. Dabei soll das Ziel verfolgt werden, neben allgemeinen Fragestellungen besonders auch regionale Besonderheiten und Anliegen in diese Konferenz einfließen zu lassen.

Bei der Veranstaltung in Halle standen die „Klassiker“: Öffentlichkeitsarbeit der Logen, Kooperation zwischen den Logen und die Mitgliedergewinnung und Mitgliederbestreuung im Fokus. Bei letzterem zeigte die Diskussion, dass besonders die Aktivierung und Motivierung von Brüdern, die den Kontakt zur Loge verloren bzw. nicht mehr am Logenleben teilnehmen, eine immer wichtigere Rolle spielt. Hier wurden unter den anwesenden Maßnahmen und Hilfestellungen diskutiert.

Nach über fünf Stunden intensivem und brüderlichen Austausch wurden gemeinsame Aktionen und Arbeitsaufträge vereinbart, die sich aus den Diskussionen des Tages ergeben hatten. Der direkte konstruktive Erfahrungsaustausch untereinander und die Möglichkeit mit dem LGM und seinen Landesgroßbeamten ins direkte Gespräch zu kommen, kam bei den Teilnehmern sehr gut an und brachte für alle einen Mehrgewinn. 

Die Regionalkonferenz wird an drei weiteren Standorten fortgesetzt:

Hamburg 08.02.2020

Dortmund 09.05.2020

Mannheim 19.09.2020

Br. Uwe Matthes wird am 28. März 2020 in Hamburg feierlich in sein Amt eingesetzt!