Besuch der Andreasloge „Nordiska Cirkeln“ 2018

Wenn aus Brüdern Freunde werden

Wie seit vielen Jahren, besuchen Brüder der Berliner Andreasloge „Indissolubilis“ das Stiftungsfest der Schwedischen Partnerloge „Nordiska Cirkeln“ in Stockholm. Wie auch in den vergangen
Jahren werden sie von Schwestern und Brüdern anderer Obedienzen begleitet.

Stockholm ist nicht nur eine Reise für uns Brüder wertvoll, denn die Schwedische Hauptstadt wird auch als das „Paris von Skandinavien“ bezeichnet. Dies ist u.a. den Architekten der Stadt geschuldet, welche extra aus Paris und Frankreich hergebracht worden sind, um ein solches Stadtbild zu erschaffen.

So ist es für unsere mitreisenden Schwestern und auch für uns eine schöne Abwechslung und Erholung, die vielen Museen, Einkaufspassagen und Restaurants zu erkunden. Ein Grund, warum der eine oder andere auch mal ein paar Tage länger in Stockholm verbringt.

Für uns Brüder sind natürlich das Ordenshaus und die festliche Arbeit die Highlights. Das Stockholmer Logenhaus bietet für jeden Grad einen eigenen Tempel, mit imposanter beeindruckender Einrichtung. Es ist ein Ereignis, das einfach erlebt anstatt erzählt werden sollte. Schwestern dürfen bei einer Führung sich ebenfalls einen Eindruck von diesem historischen Bauwerk verschaffen.

Für uns Brüder ist die Arbeit mit unseren Schwedischen Mitbrüdern ein unbeschreibliches Erlebnis. Auch war es uns in diesem Jahr möglich, am Vortag des Stiftungsfestes bei der Johannisloge „Adolf Fredrik“ an einer eindrucksvollen Arbeit in III teilnehmen zu dürfen.

Der Anschluss des Stiftungsfestes bot eine Menge Zeit für intensive und freimaurerische Gespräche. Sie zeigten mir, dass die Bruderkette lebendig und allumschließend ist; Nationen und Obedienzen übergreifend.

Um diesen wundervollen Tag des Stiftungsfestes ausklingen zu lassen, trafen wir uns noch alle im Grand Hotel, um mit den Schwestern und Brüdern in geselliger Atmosphäre den Blick auf den Königspalast zu genießen.

Stockholm, das ist mein Fazit, ist immer eine Reise wert. Der Besuch des Stiftungsfestes unserer Partnerloge „Nordiska Cirkeln“ ist für mich zu einem festen Ritual geworden, bei dem ich persönlich nur gewinnen kann. Ich meine damit, die positiven Erlebnisse, die Gespräche mit den Schwedischen Brüdern und das Erleben der Schwedischen Rituale. Am meisten freue ich mich über die Freunde die ich gewonnen habe, denn so eine Reise bietet die Möglichkeiten sich näher kennen zu lernen.

Und so geschieht es, dass aus Brüdern Freunde werden.

Bruder Christian Becker
JL „Kurfürstin Luise Henriette“

Das Ehrenmitglied mit seinem Paten

JL „Zum Widder“ Potsdam beim 201. Stiftungsfest der JL „Zur unverbrüchlichen Einigkeit“ Hamburg.

Eine Bruderkette Potsdam-Hamburg die uns brüderlich zusammenführt.

Potsdam und Hamburg haben in der Freimaurerei eine besondere Geschichte. Es verbindet Tradition und modernes Denken seit der Zeit Friedrichs des Großen. Die Denkmäler der Kultur können wir heute noch in den Gebäuden und Parks erkennen. Aber auch die geistige Kultur der Aufklärung gehört dazu. In der Johannisloge zum Widder arbeiten wir dieser Tradition. Gegründet in 1776 sind wir mit heute über 50 Brüdern und einem Alters-Durchschnitt von unter 48 Jahren eine der ältesten Freimaurerlogen im Großraum Berlin/Brandenburg. Wir pflegen die brüderliche Zusammenarbeit über nationale und Organisationsgrenzen hinweg. So leisten wir unseren Beitrag für die Weltbruderkette und empfangen als Lohn vielfältige Anregungen für unseren Weg.

Es gibt eine tiefe Sehnsucht der Menschen nach Frieden, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und es hat immer schon starke Initiativen und engagierte Vordenker gegeben, die für eine bessere Welt und ein besseres Miteinander eingetreten sind. Auf diesem Weg sind wir Freimaurer Idealisten, die nicht nur solche Ziele erträumen, sondern auch wissen, dass man dazu das Machbare des Denkbaren auch tun muss. Dafür bauen wir neue Kontakte auf und pflegen alte Beziehungen. Konkret konnten wir durch internationale Besuche und Gegenbesuche neue Eindrücke und Ideen gewinnen und ein offenes Programm mit Vorträgen und Begegnungen organisieren, die interessierte und Suchende zu uns gebracht haben.

Es war eine große Freude, dass wir unseren Bruder Ronald Neumann mit 17 Brüdern begleiten konnten, als er in seiner Mutterloge, „Zur unverbrüchlichen Einigkeit“ in Hamburg, beim 201. Stiftungsfestes Ehrenmitglied wurde. Zusammen mit seinem Paten, dessen Jubiläum für 50 Jahre Arbeit als Freimaurer gleichzeitig begangen werden konnte, war es ein besonderes Erlebnis. So wird die Verbundenheit gepflegt und neue persönliche Verbindungen aufgebaut.

Autoren und Fotos: Ernst-Friedrich Fuchs und Dirk Heese

Geheime Rituale und ein Frauenverbot: Zum Jubiläum der Freimaurer erklären zwei Kasseler, was es mit dem sagenumwobenen Bund wirklich auf sich hat.

Am 24. Februar feiert die Kasseler Freimaurer-Johannis-Loge „Zur Freundschaft“ ihr 125-jähriges Bestehen. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden Meister des geheimnisumwobenen Bundes in Kassel, Ullrich Wieczorek, sowie Vereinsmitglied, als „Bruder“ bezeichnet, Hilbert Freiherr von Löhneysen.
Was ist das eigentlich, Freimaurerei?
Ullrich Wieczorek: Es geht im Großen und Ganzen allein darum, an sich als Mensch zu arbeiten, sich charakterlich zu verbessern. Dazu verwenden wir Rituale, die unser Denken anregen. Wir halten uns beim Ausüben der Rituale gemeinsam in einem großen Raum auf, in unserem Tempel. Eigentlich ist Freimaurerei nichts anderes als Erwachsenenbildung (lacht), eine Art Volkshochschule.
Was bedeutet es Freimaurer zu sein?
Wieczorek: Es ist die ständige Aufforderung: Arbeite an dir selbst! Unsere über Jahrhunderte gewachsenen Rituale sind Mittel zum Zweck.
Wie muss ich mir diese Rituale vorstellen?
Wieczorek: Vereinfacht: Es gibt eine Ansprache, eine Rede. In unserem Tempel sind wir dabei von Arbeitstafeln umgeben, auf denen sich Symbole befinden. Beispiele für diese Symbole sind der Winkel und der Zirkel, die für die Freimaurer an sich stehen. Das Ritual enthält Wechselgespräche zwischen symbolisch handelnden Personen. Dabei kann es vorkommen, dass ein Sinnieren zum Beispiel über das Symbol des rechten Winkels zu den Begriffen Recht und Gerechtigkeit führt.
Hilbert von Löhneysen: Es gibt ein Ritual, da findet zwischen dem Meister und Brüdern ein Zwiegespräch statt. Dabei ist der Rahmen eine viereckige Sitzordnung und die Brüder sitzen dort symbolisch für Gott, für die Vernunft und das Gewissen. Als Gotteskinder sind wir ja mit Vernunft und Gewissen ausgestattet. Mit diesen Werkzeugen kann man sein Handeln abmessen. Vernunft und Gewissen kontrollieren sich gegenseitig. Damit kann man weit kommen.
Wieczorek: Letztlich geht es um die Frage: Wie gehe ich mit dem anderen um? Unsere Treffen finden einmal die Woche statt, in einem würdevollen, ja feierlichen Rahmen. Die Brüder tragen zu den Treffen einen schwarzen Anzug oder Frack.
Von Löhneysen: Der Charakter bildet sich durch Erlebnisse und unsere Rituale stehen dafür stellvertretend. Der Erlebniseffekt ist wichtig. Die Erkenntnisse, die ich aus der Interpretation des Symbols ziehe, indem ich sage: Ich muss mich ändern.
Sie bemühen sich, edle Menschen zu werden. Verzweifeln Sie da nicht manchmal an der Welt, wo von einer Verfeinerung des Menschengeschlechts häufig wenig zu spüren ist?
Wieczorek: Ja, durchaus.
Von Löhneysen: Die Freimaurerei will erreichen, dass der Einzelne etwas verändert, frei nach dem Motto „Make a good man better“. Dahinter steht die Hoffnung, dass darüber auch die Welt sich ändert. Dabei ist der Versuch, sich selbst zu ändern, ein schwieriger Weg. Die Freimaurerei lehrt uns deshalb, dass man nach einem Straucheln wieder aufsteht und einen neuen Weg geht. Unsere Tempelarbeit bezieht sich auf den Tempel Salomos aus dem Alten Testament. Der Tempel wurde 1000 vor Christus immer wieder zerstört und neu aufgebaut und ist ein Symbol dafür, dass alles Menschenwerk Stückwerk ist. Im Laufe der Zeit stellt man aber fest: Man kann sich ändern, man wird ruhiger, duldsamer.
Wieczorek: Und verständnisvoller.
Können Sie das freimaurerische Geheimnis lüften?
Von Löhneysen: Es gibt gar kein Geheimnis. Das Geheimnis ist das Erleben des Rituals.
Wieczorek: Wenn ein Bruder ein bestimmtes rituelles Erleben hat, dann ist das schwierig in Worte zu fassen.
Von Löhneysen: Die Zucht der Zunge ist zudem wichtig, um zu eigenen Erkenntnissen zu kommen. Ein Bruder ist verpflichtet, das, was er im Ritual erfährt, nicht nach außen zu tragen.
Es ist verboten?
Von Löhneysen: Mit dem Ehepartner darf man natürlich darüber reden.
In heutiger Zeit könnte man das Streben der Freimaurer als Sinn-Suche bezeichnen. Sprechen Sie damit nicht sehr viele Menschen an?
Wieczorek: Theoretisch ja. Wir sind ja kein Geheimbund. Jeder kann Mitglied unserer Loge werden, vorausgesetzt er ist „ein freier Mann von gutem Ruf“. Ein potenzieller Bruder muss den Willen haben, gewisse eigene Gedanken zu entwickeln. Befehlsempfänger sind bei uns fehl am Platz. Entweder sprechen uns Interessierte an – immer häufiger übrigens über das Internet – oder wir sprechen jemanden an. Es gibt Gästeabende zum Kennenlernen. Am Ende wird demokratisch entschieden, wer aufgenommen wird. Auch dafür gibt es natürlich ein Ritual, die Kugelung. Dabei geben die Brüder weiße Kugeln für eine Zustimmung und schwarze Kugeln für eine Ablehnung ab.
Gibt es keine weiblichen Mitglieder?
Wieczorek: Das ist zugegebenermaßen ein kritisches Thema. Es ist uns nach den Vorgaben der Großloge nicht erlaubt, Frauen aufzunehmen. Es gibt allerdings Frauenlogen und auch gemischte Logen, zu denen wir auch Kontakt pflegen. Zurzeit wird die Geschichte der Freimaurer wissenschaftlich aufgearbeitet. Es kann durchaus sein, dass sich da auch hinsichtlich der Mitgliedschaft von Frauen etwas ändert. Aber das wird ein langwieriger Prozess. Frauen sind aber bei unseren Gästeabenden willkommen.
Wie steht es um andere Mitgliedschaften parallel zu den Freimaurern?
Wieczorek: Da gibt es keine Probleme. Einige unserer Brüder sind Parteimitglieder, in Kirchengemeinden aktiv und auch in anderen Vereinen. Sie sind häufig in der Öffentlichkeit engagiert.
Wie modern sind die Freimaurer? Leben Sie nicht eher rückwärtsgewandt?
Von Löhneysen: Wir sind beides, in vielen Fragestellungen hochaktuell und mit unseren Jahrhunderte alte Ritualen rückwärtsgewandt.
Wieczorek: Die Themen unserer Vorträge reichen vom „Sonnensturm“ bis zur „Inklusion“.
Das Geheimnis der Freimaurer
Die Freimaurerei, auch Königliche Kunst genannt, versteht sich als ein ethischer Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind laut Wikipedia Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Sie sollen im Alltag gelebt werden. Die Freimaurer organisieren sich in sogenannten Logen.
Nach ihrem Selbstverständnis vereint die Freimaurerei Menschen aller sozialen Schichten, Bildungsgrade und Glaubensvorstellungen. Die Konstitution der ersten Großloge wurde am 28. Februar 1723 im britischen Postboy öffentlich beworben und bildet die Grundlage der heutigen Freimaurerei.
Freimaurer haben sich der Verschwiegenheit und dem Grundsatz verpflichtet, freimaurerische Bräuche und Logenangelegenheiten nicht nach außen zu tragen. Die Zeremonien und Alten Pflichten der spekulativen Freimaurerei werden auf Gebräuche und Unterlagen historischer Steinmetzbruderschaften zurückgeführt. Schon im 9. Jahrhundert zogen Handwerker, die sich zu Zünften zusammengeschlossen hatten, durch das Land, um auf Baustellen zu arbeiten. Besonders zu den Klöstern, wie den Benediktinern, bestand eine Verbundenheit. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Handwerker unabhängiger und schlossen sich zu einer Art Geheimbund zusammen.
Der Begriff Freimaurer oder „Freemason“ taucht zum ersten Mal im englischen Exiter auf. Beim Bau der Kathedrale 1396 waren freie Handwerker beteiligt. Über hundert Jahre später taucht der Begriff Freimaurer in den Reichstatuten von König Heinrich VII. auf. Die zwei bekanntesten freimaurerischen Symbole sind der Winkel und der Zirkel. Zu bekannten Freimaurern zählen Goethe, Herder, Friedrich der Große, Mozart. Die Zahl der Freimaurer weltweit wird auf etwa fünf Millionen geschätzt, davon drei Millionen in den USA.
Die Kasseler Johannisloge
Im Jahr 1893 haben zehn Freimaurer in Kassel die Loge „Zur Freundschaft“ gestiftet. „Seitdem sind wir mit unseren Werten und Engagement als Freimaurer in unserer Stadt und der Region tätig“, heißt es zum Jubiläum. Die Johannisloge „Zur Freundschaft“ war 1935 von den Nazis verboten worden. 1948 wurde sie wieder reaktiviert.
Seit 1985 hat sie im Haus Murhardstraße 6 ihre Sitz und Versammlungsort. Die Johannisloge zählt 50 Brüder. Sie ist die größte der vier Kasseler Logen. Insgesamt gibt es in Deutschland 12 000 Freimaurer.
Ullrich Wieczorek (65) ist in Kassel geboren, als Bankkaufmann und Versicherungsfachwirt hat er 35 Jahre lang selbstständig gearbeitet. Er ist der Vorsitzende Meister der Freimaurer Johannis-Loge „Zur Freundschaft“. In seiner Heimatgemeinde Niestetal hat er sich unter anderem im Kirchenförderkreis engagiert. Er ist verheiratet, Vater von vier Kindern und Großvater von vier Enkelkindern.
Hilbert Freiherr von Löhneysen, 1941 in Berlin geboren, hat Jura in Berlin, Erlangen und Göttingen studiert. Seit 1969 lebt der heute 76-Jährige in Kassel. 35 Jahre lang war er im Kasseler Rathaus tätig, zuletzt als Leiter des Ordnungsamts. Er ist verheiratet, Vater von zwei Töchtern und Großvater von zwei Enkeltöchtern.

Autor: Christina Hein
chr@hna.de

Hamburg. Mit einem Scheck über 6.000 Euro kamen im Dezember der Provinzialmeister von Niedersachsen, Ekkehard Demuth, der Vorsitzende der Emil-Artus-Stiftung, Jens Fechner, und der Schatzmeister der PL Niedersachsen, Stefan Frankrone, ins Haus Zinnendorf, um dieses Geschenk zu überreichen.

Ein Betrag, den das Haus Zinnendorf gut gebrauchen kann, denn mit dieser Spende kann der Aufwand für die neu anzuschaffende Satellitenanlage über die Hälfte reduziert werden. Die Satellitenanlage soll den Bewohnerinnen und Bewohnern einen adäquaten Fernsehempfang in ihren Zimmern ermöglichen. Voller Freude nahm daher der Vorsitzende der Zinnendorf Stiftung, Br. Volker Rechlin, den Scheck entgegen und bedankte sich bei den Überbringern.

Autor: Torsten Küster

Unter der Leitung des Landesgroßmeister, Br. Günter J. Stolz und der Mitwirkung des Ordens+Meisters, Br. Achim Strassner, trafen sich die Provinzialmeister und Großbeamten der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland am Samstag den 3. Februar im Ordenshaus zu Berlin. Eines der Themen war die Digitalisierung, die jetzt Schritt für Schritt auch Einzug in Verwaltungsvorgänge der Großloge hält. So wurde übereinstimmend angeregt, zukünftig die Unterlagen für die jährlich stattfindende Hauptversammlung den Teilnehmern ausschließlich in elektronischer Form zur Verfügung zu stellen. Dies könnte schon bei der kommenden Hauptversammlung im Mai beschlossen werden. Der Landesgroßmeister informierte die Anwesenden unter anderem über den aktuellen Sach- und Planungsstand beim Umbau des Ordenshauses. Die Provinzialmeister ihrerseits berichteten über das Geschehen in den einzelnen Regionen. Am Ende des mehrstündigen Erfahrungs- und  Meinungsaustausches stand ein gemeinsames Mittagessen.

Autor: Günter Stolz

Das Editorial der Zirkelkorrespondenz Februar 2018

Liebe Brüder,

Das Jahr ist jetzt schon wieder fast zwei Monate alt. Ich möchte nicht die Floskel gebrauchen „die Zeit vergeht wie im Fluge“, aber gefühlsmäßig passt sie eben doch oft.

Viele ereignisreiche Momente liegen hinter uns. Manche guten und manche schlechten Erfahrungen sind dabei gewesen. Und mit den zahlreichen Erlebnissen verblasst auch mit der Zeit das Detail. Gut erkennbar ist das immer, wenn am Ende eines Jahres ein kleiner Rückblick auf das vergangene erfolgen soll. Wie oft fallen einem „Dinge“ nicht ein – oder erst viel später. Wie oft wird der Rückblick auf Vergangenes von einzelnen Höhe- oder (meist) Tiefpunkten geprägt. Dabei ist das Jahr eine Summe vieler Teilchen, die oft und auch sehr leicht verloren gehen können. So hat mich zu Silvester 2017 ein Radiobeitrag motiviert diesem Sammelsurium an Erlebnissen in einem Jahr endlich mal eine Struktur zu geben.

„Mir einen Denkzettel verpassen…“ – ist zwar im ersten Moment eine negativ anmutende Formulierung. Besonders auch, weil sie historisch negativ belegt ist. Im 16. Jahrhundert hängte man Schülern in den Klosterschulen und anderen Ausbildungsstätten bei mehrmaligen Vergehen gegen die Ordnung des jeweiligen Instituts sogenannte Schandzettel an einer Schnur um den Hals, auf denen die Vergehen gelistet waren. Je nach Art der Verfehlung hatten die Schüler diese Denkzettel mehrere Tage bei ihren Freigängen und während des Unterrichts zum Gespött der Mitschüler zu tragen. Daher ist dieser Begriff erst einmal belastet. Doch das stört mich nicht. Ich habe als Quintessenz aus dem Radiobeitrag mitgenommen, dass man ruhig über das Jahr verteilt sich kleine Denkzettel schreiben sollte. Immer wieder, wenn es gute und vielleicht auch „lehrreiche“ Momente gab, kann man diese auf einem kleinen Stück Papier vermerken und z.B. in einer Box sammeln. Man glaubt nicht, was am Ende des Jahres alles wiederentdeckt wird, wenn man z.B. zum letzten Silvester zurückblicken möchte. Wie viele kleine, schöne Momente einem – ohne Denkzettel – gar nicht wieder eingefallen wären, weil sie im Alltag untergegangen sind. Oft sind es die stillen, schönen und kleinen Erlebnisse, die einem viel im Leben geben, die aber im Alltag und in der Flut der Impressionen nicht lange in unseren Köpfen bleiben. Nicht selten hört man nur die Klage, dass Menschen im eigenen Umfeld das vergangene Jahr als negativ betrachten. Doch die Bilanz hat immer zwei Seiten und auch viele Unterkonten, die nicht mehr im Blick sind. Mit einem Denkzettel kann ich diese Momente wieder offenlegen, mich erinnern und erkennen, dass das Leben doch viele positive Momente zu bieten hat, mehr als ich eigentlich vermutete!

Autor: Torsten Küster

Die unscheinbare Pressenotiz der hannoverschen Logen hat es in sich und man muss schon zweimal hinschauen: während des vierzigjährigen Bestehens des Logenbasars haben die Frauen der Freimaurer in Hannover über 604.099 € für wohltätige Zwecke eingenommen. Noch einmal, ganz genau und in Worten: Sechshundertviertausendneunundneunzig Euro!

Dabei geht der Erlös des jetzigen Basars beinahe unter, der mit 17.205 Euro ebenfalls stattlich ist und den Durchschnitt aller bisherigen Jahre übertrifft. Und das trotz des schlechten Wetters und der Baustellen, die die Zufahrt zum Logenhaus erschwerten, konnte am 1. Advent beim 40. Logenbasar der Frauen der hannoverschen Freimaurer ein stolzer Erlös erzielt werden. Die meisten Artikel, die auf dem Basar verkauft wurden, stellen die Frauen selbst her. Hausgemachte Marmeladen, Schmuck, Adventskränze und Kräuter waren u.a. im Angebot. Dazu gab es einen Flohmarkt, Secondhand-Kleidung, Bücher, Bistro und Cafeteria.

Das Geld des Basars wird grundsätzlich nur an wohltätige Einrichtungen in der Region Hannover vergeben. So erhielten zum Beispiel die Wohnungslosenanlaufstelle Mekki, der Stadtteilbauernhof im Sahlkamp, das Autonome Frauenhaus, das hannoversche Zahnmobil, die Begegnungsstätte für Behinderte und Nichtbehinderte in Linden und der ambulante Kinderhospizdienst Zuwendungen von den Basarerlösen. Alle Einnahmen werden zu 100 Prozent an die Bedürftigen verteilt, da alle Frauen ehrenamtlich arbeiten und keine Verwaltungskosten anfallen.

Autoren: Siegfried Schildmacher, Edzard Bakker und Gisela Fricke

Die erstmals in Hamburg durchgeführte Regionalkonferenz Mitte Januar, erfreute sich  großen Zuspruchs. Über 60 Funktionsträger aus vielen norddeutschen Logen hatten sich für die Regionalkonferenz der GLL angemeldet. Da mit einer so großen Nachfrage nicht gerechnet wurde, mussten die Teilnehmer im Felsenzimmer des eindrucksvollen Logenhauses an der Moorweidenstraße in Hamburg eng zusammenrücken, was dem brüderlichen Austausch nicht schadete.

Nachdem der Landesgroßmeister, Br. Günter Stolz, die Regionalkonferenz mit seinen einführenden Worten eröffnet hatte, standen die Teilnehmer im Mittelpunkt. Von Ihnen wollten die Vertreter der GLL wissen, wo der „Schuh“ im Norden druckt und wo die GLL unterstützen und helfen kann. Dazu nutze man zur Visualisierung einen Flipchart, der die gewünschten Themen der Anwesenden sammelte.

Dabei kristallisierten sich die klassischen vier Themenblöcke heraus, die zu Fragen und Austausch untereinander führten. Neben rituellen und organisatorischen/verwaltungstechnischen Aspekten sind es vor allem die Öffentlichkeitsarbeit und die Mitgliedergewinnung, die von den Logen nachgefragt werden. Diesmal zeigte sich aber auch, dass neben der klassischen Mitgliedergewinnung und den unterschiedlichen Konzepten in den Logen, besonders die Mitgliederbindung einen wichtigen Baustein auf der Konferenz bildete. Aktivierung, Betreuung und nachhaltige Bindung der Brüder werden in machen Logen oft unterschätzt. Der Fokus liegt oft nur auf der Neugewinnung von Brüdern. Aber nur wenn beides gelingt, kann die Loge auf Dauer wachsen und ihren Fortbestand sichern.

Die vielen o.g. Arbeits- und Aufgabenfelder können aber nicht nur auf wenigen Schultern lasten. Besonders das Amt des Vorsitzenden Meisters einer Johannisloge ist sehr anspruchsvoll und sehr zeitaufwendig. In diesem Zusammenhang ermunterte der Landesgroßmeister die anwesenden Logenmeister möglichst viele Aufgaben zu delegieren. In der Mitglieder- und Logenbetreuung z.B. könnten bestimmte Brüder den Kontakt zu älteren oder weniger aktiven Brüdern halten und andere den zu benachbarten und befreundeten Logen. Eine Aufteilung der Aufgaben würde zudem den Zusammenhalt der Loge fördern und die Arbeitsbelastung auf einzelne Brüdern reduzieren. Da waren sich am Ende der Ausführungen alle einig.

Apropos Einigkeit: diese herrschte auch auf der Regionalkonferenz, die als harmonisch und konstruktiv von den Funktionsträgern im Nachgang bewertet wurde. Der direkte brüderliche Austausch zwischen den Logenmeistern ist ein oft vernachlässigter Aspekt im Logenalltag. Durch eine solche Konferenz kann der Informationsfluss verbessert und die Kooperation gestärkt werden.

Autor: Torsten Küster