Freimaurerorden

Das tanzende Pferd

67 x 114 cm, 2019, vom Wesen der chinesischen Malkunst

Die chinesische Malerei beruht auf dem freien Skizzieren, nicht auf dem genauen Zeichnen nach der Wirklichkeit. Hier herrscht die Vorstellung, dass beim Malen nach der Natur ein gewisser Widerspruch zwischen Objekt und Subjekt bestehen muss.

Die Perspektive eines chinesischen Bildes kennt keinen einheitlichen festen Fluchtpunkt. Die Betrachtung erfolgt vielmehr entweder aus der Vogelperspektive, von weit oben oder von vorn mit einem weiten Blick auf ferne Gipfel. Ziel ist es, die subjektiven Vorstellungen und das darzustellende Objekt im freien Skizzieren in Harmonie zu bringen.

Basierend auf diesen Gedanken hat sich die chinesische Malerei allmählich zum Xieyi-Stil (Stilrichtung ohne Berücksichtigung

einer realen Situation) entwickelt. Sie versucht in der Darstellung eines Objekts die Gedanken und Gefühle des Künstlers transparent werden zu lassen. Der Weg zu den inneren Gedanken des Malers führt hier über den Inhalt, den Farbton und den Strich.

Die chinesische Tuschmalerei ist eine traditionsreiche Kunstform, die mit wenigen, präzisen Pinselstrichen beeindruckende Landschaften, Pflanzen oder Tiere darstellt. Sie basiert auf der Harmonie von Wasser und Tusche, wobei unterschiedliche Abstufungen von Schwarz Tiefe und Dynamik verleihen.

Besonders geschätzt wird die Ausdruckskraft der Linien, die mit variierendem Druck und Tempo geführt werden. Diese Kunstform erfordert jahrelange Übung und spiegelt nicht nur handwerkliches Können, sondern auch die geistige Haltung des Künstlers wider. Sie verbindet Malerei und Kalligrafie zu einer einzigartigen ästhetischen Erfahrung.