
Freimaurerorden
66,5 x 59 cm, 2019

In der Tang-Dynastie kamen viele Mönche und Gelehrte auf der Suche nach dem Buddhadharma (die Lehre des Buddha, ethische Grundsätze und die Wahrheit) nach China. Einer dieser Pilger war ein ehemaliger Prinz von Silla, namens Kim Gyo-gak (chin. Jin Qiaojue), der ein Mönch unter dem Namen Erdschatz (auch genannt Dizang) geworden war. Er wanderte zum Berg Jiuhua in der heutigen Anhui Provinz, wo er sich eine Hütte in einem tiefen Tal baute. Dort kultivierte er die Lehre Buddhas. Dizang meditierte über einige Jahre hinweg in seiner Hütte, bis eines Tages der Besitzer des Berges namens Wen-Ke zu ihm kam. Er wollte einen Tempel als Opfergabe für Bodhisattva Kishitigarbha bauen. Wen-Ke fragte Dizang, wieviel Land er für den Bau des Tempels benötigen würde. Dizang antwortete, dass ein Stück Land, das von seinem Mönchsgewand abgedeckt werden könne, für den Tempelbau ausreichen würde. Wen-Ke glaubte nicht, dass so ein kleines Stück Land genügen könne, um einen Tempel darauf zu bauen. So sah er argwöhnisch zu, wie Dizang seine Robe in die Luft warf und war fassungslos, dass sie, wie von Zauberhand geführt, größer und größer wurde und bald den gesamten Berg umhüllte.
Der lag nun vor Wen-Ke wie das große Werk eines Umhüllungskünstlers und er beschloss daraufhin, auf den ganzen Berg zu Gunsten von Dizang zu verzichten.
Die chinesische Tuschmalerei ist eine traditionsreiche Kunstform, die mit wenigen, präzisen Pinselstrichen beeindruckende Landschaften, Pflanzen oder Tiere darstellt. Sie basiert auf der Harmonie von Wasser und Tusche, wobei unterschiedliche Abstufungen von Schwarz Tiefe und Dynamik verleihen.
Besonders geschätzt wird die Ausdruckskraft der Linien, die mit variierendem Druck und Tempo geführt werden. Diese Kunstform erfordert jahrelange Übung und spiegelt nicht nur handwerkliches Können, sondern auch die geistige Haltung des Künstlers wider. Sie verbindet Malerei und Kalligrafie zu einer einzigartigen ästhetischen Erfahrung.
